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Spangler Thomas

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Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

© 2015 Spangler Thomas

Herstellung und Verlag: Books on Demand GmbH, Norderstedt.

Umschlaggestaltung, Satz und Layout: Spangler Thomas.

ISBN 978-3-8423-9478-0

Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

Wieso dieses Buch?

In meiner Tätigkeit als Geschäftsführer des „Hobby-Versand-Spangler“ (Schnitzerbedarf-Versand für Hobbyschnitzer) wurde mir im Laufe der Zeit eines bewusst:

Durch verschiedenste Anlaufpunkte für werdende Hobbyschnitzer, wie Versandhäuser, Schnitzschulen, VHS-Schnitzkurse sowie Schnitzvereine, wird einem der Einstieg in dieses kreative Hobby nicht gerade einfach gemacht.

Grund hierfür ist, dass man einfach zu viele Menschen mit unterschiedlichen Meinungen und Erfahrungen, in einem doch sehr unübersichtlichen Produktangebot, trifft.

Jede Firma empfiehlt ihre eigenen Produkte ohne dabei umfangreiche Aufklärung über Vorteile und besonders über Nachteile zu geben. Die Produkte anderer Hersteller werden oft unnötig „schlechtgeredet“ ohne eine aussagekräftige Begründung zu nennen.

Die wenig ehrlichen unter den Verkäufern gehen hierbei leider unter, bzw. ernten vom Kunden kaum Glaubwürdigkeit.

Dozenten an Schnitzschulen, VHS-Kursen und Schnitzvereinen vermitteln ihren „Schülern“ nur das, was Sie auch selbst gelernt haben.

So kommt es beispielsweise sehr oft vor, dass in einem Schnitzkurs das Schärfen von Schnitzeisen nicht vermittelt wird oder teilweise nur altertümliche Arkansas-Steine und Lederriemen zur Vorführung kommen.

Solche Dinge sind in Zeiten von Schleifmaschinen einfach nicht mehr zeitgemäß.

Doch warum sollte Ihnen der Dozent etwas Moderneres, Einfacheres lehren, wenn er es selbst nicht anders weiß bzw. anders gelernt hat? Meist steckt auch ein kleiner Konkurrenzgedanke dahinter, wie: „Ich musste mich damals dabei immer abmühen, sollen DIE doch auch mal ganz von vorn beginnen“.

Hier den ehrlichen Schnitzlehrer zu finden, ist nicht ganz einfach.

Wie sollen Sie nun, als absoluter Neuling, den richtigen Einstieg in dieses doch sehr komplexe Hobby finden?

Je mehr Leute Sie um Hilfe und um deren Meinungen bitten, ganz gleich ob eine Firma oder ein Privatmann, umso mehr unterschiedliche Aussagen werden Sie bekommen.

Jeder erzählt Ihnen etwas anderes...... Jeder empfiehlt Ihnen andere Produkte...... und nun?

Nun müssten Sie, als absoluter Laie, eine Entscheidung treffen, die normalerweise erst ein Profi mit viel Erfahrung treffen kann.

Aus diesem Grund habe ich den „Leitfaden zum erfolgreichen Schnitzen“ für Sie verfasst.

Auf den folgenden Seiten werde ich Ihnen alle wichtigen Möglichkeiten aufzeigen, wie Sie Ihr neues Hobby ausüben könnten. Ich werde Ihnen möglichst neutral viele Produkte vorstellen und selbstverständlich auch meine Empfehlungen aussprechen. Diese dann natürlich entsprechend begründen und auch mögliche Nachteile erwähnen.

Wenn Sie diese Zeilen lesen, sind Sie bereits auf dem richtigen Weg!

Wichtige Punkte werde ich bewusst des Öfteren in verschiedenen Kapiteln erwähnen, damit Sie sich diese auch gut einprägen.

Nehmen Sie sich dafür Zeit, je mehr umso besser.

Denn erstaunliche Erfolge erzielen Sie nur mit ausreichend Zeit, Geduld und der Lust am Schnitzen.

Sollten dennoch Fragen auftreten, können Sie mich gerne auch im persönlichen Gespräch etwas näher kennenlernen. Kontaktdaten finden Sie im Impressum dieses Buches.

Ihr Spangler Thomas

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Hinweis

Zu Beginn möchte ich es nicht versäumen, Ihnen etwas Wichtiges ans Herz zu legen: Unabdingbar für jeden Anfänger ist ein Schnitzkurs!

Nur in solchen Kursen können Sie durch die Praxis und den Anweisungen Ihres Dozenten die wichtigsten Grundkenntnisse beim Schnitzen erlangen.

Über Schnitzkurse und andere Lehrmöglichkeiten, wie zum Beispiel Lehrfilme auf DVD, werde ich Ihnen in späteren Kapiteln nähere Informationen bieten.

Geizen Sie hier keinesfalls an Geld oder Zeit. Hier würden Sie in jedem Fall an der falschen Stelle sparen.

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2. Holz

Beginnen wir nun mit dem wichtigsten Material beim Schnitzen, dem Holz.

In den meisten Fällen werden Sie Holz bzw. Schnitzrohlinge (siehe 3. Kapitel) aus Linde, Zirbe oder Weymouth-Kiefer (Strobe) bearbeiten.

Diese genannten Hölzer sind in ihrer Beschaffenheit sehr weich und eignen sich daher ideal zum Schnitzen.

Andere, härtere Hölzer wie etwa Eiche und Ahorn lassen sich selbstverständlich auch schnitzen, erfordern jedoch bei weitem mehr Zeit, Erfahrung und Geduld.

.....aber, ersparen wir uns die lästige Holzkunde!

Schroff gesagt wäre es reine Zeitverschwendung, wenn ich Ihnen nun all die Theorie beibringen möchte. Es würde Ihnen nicht viel helfen!

Halten Sie sich am besten immer an das Motto: „learning by doing“, was so viel heißt wie: Beginnen Sie mit der Praxis und lernen Sie aus der Erfahrung.

Besorgen Sie sich ein Stück Schnitzholz, idealerweise aus Linde, und beginnen Sie einige verschiedene Schnitte mit Ihren verschiedenen Werkzeugen zu machen. So werden Sie am ehesten lernen wie das Holz auf die Werkzeuge reagiert, welche Schnitte gut gelingen, welche eher schlecht. Warum es manchmal schnell ausreißt, oder „butterweich“ Schneiden lässt.

Probieren Sie es aus. Sie werden sehen, dass auf unterschiedlich angesetzte Schnitte auch unterschiedliche Ergebnisse entstehen.

Merken Sie sich für die Zukunft: Überlegen Sie sich immer vorher jeden Schnitt, bevor Sie ihn letztendlich ausführen!

Wichtig für Sie ist folgendes Wissen: Nicht jede Holzsorte ist in sich gleich!

Zwischen einem Lindenholzstück und dem anderen Lindenholzstück können gravierende Unterschiede vorkommen.

Obwohl beides Linde ist, können sie sich in Farbe, Maserung und auch Härte stark unterscheiden.

Das Holz eines sehr schnell gewachsenen Baumes hat beispielsweise breite Jahresringe und ist in seiner Beschaffenheit sehr weich.

Ein Baum, der aufgrund seines Standortes langsam wächst, hat eng zusammenliegende Jahresringe und ist dadurch um einiges härter.

enge Jahresringe (=härter)

breite Jahresringe (=weicher)

Auch kammergetrocknetes Holz wirkt meist härter als konventionell luftgetrocknetes.

Vergessen Sie nicht, dass Holz eine natürlich wachsende Pflanze ist, die man in ihrer Eigenschaft und ihrem Wachstum kaum beeinflussen kann!

Auf solch natürliche Toleranzen müssen Sie sich daher unbedingt einstellen.

Denn eine andere Maserung oder Härte erfordert auch ein anderes Arbeiten mit Ihrem Werkzeug.

Tipp:

Sollten Sie mal ein besonders poröses, sprödes Holz bearbeiten, das beispielsweise durch sehr lange Lagerung stark ausgetrocknet ist, so befeuchten Sie dies am besten mit etwas Wasser. So kann man das Holz kurzfristig wieder etwas geschmeidiger machen.

Bestens geeignet hierzu ist ein Pumpsprüher für Zimmerpflanzen. Mit dessen Hilfe können Sie das Holz gleichmäßig befeuchten, und nach ca. 5-10 Minuten Wartezeit das Schnitzen beginnen.

Ganz wichtig hierbei ist allerdings, dass Sie Ihr Schnitzeisen bei der Bearbeitung mit einer richtigen Schneidebewegung führen. Also nicht nur schieben und drücken, sondern dabei auch eine leicht seitliche Bewegung machen.

Wenn Sie hier Ihr Werkzeug nur in einer Richtung führen, würden Sie die sehr spröde Holzfaser regelrecht vor sich herschieben. Kleinere Einrisse und eine sehr unsaubere Oberfläche wären dann das Resultat.

Denken Sie hierbei an das Durchschneiden einer Wurst. Würden Sie diese mit dem Messer nur durchdrücken hätten Sie kaum Erfolg. Denn nur durch das „hin und her“ Bewegen des Messers erhalten Sie einen sauberen Schnitt. Genauso ist es beim Holz auch. Nicht nur in eine Richtung schieben, sondern versuchen einen sauberen Schnitt auszuführen.

Sie merken nun schon..., manches Holzstück wird mehr Aufmerksamkeit und Vorsicht von Ihnen erfordern, als manch anderes. Stellen Sie sich darauf ein!

Viele Hobbyschnitzer neigen dazu, beim Schnitzen eines Rohlings, bei dem die Schnitte einfach nicht gelingen wollen, die Schuld auf das Holz zu schieben.

Nur sehr wenige kommen aber auf die Idee, dass eventuell das eigene Schnitzeisen nicht scharf genug sein könnte.

Denn Voraussetzung zum richtigen Schnitzen unterschiedlicher Hölzer sind perfekt geschärfte Schnitzeisen (näheres siehe 6. Kapitel). Ohne scharfes Werkzeug werden Sie definitiv immer Probleme bei besonders weichen oder auch besonders harten Hölzern haben.

Prägen Sie sich daher unbedingt ein: