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Kinder- und Jugendbuchverlag

in der Verlagsgruppe Random House

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1. Auflage 2014

© 2014 cbj Kinder- und Jugendbuchverlag

in der Verlagsgruppe Random House, Neumarkter Str. 28, 81673 München.

Alle Rechte vorbehalten

Buchidee und Konzept: Patricia Schröder

Umschlagbild und Innenillustrationen: Miriam Cordes

Illustration Serienlogo: Ute Krause

Umschlaggestaltung: Anette Beckmann, Berlin

SaS ∙ Herstellung: UK

Satz: dtp im Verlag, hr

Reproduktion: Lorenz & Zeller, Inning, a. A.

ISBN 978-3-641-14224-7
V002

www.cbj-verlag.de

Widmung

Dieser Band voller Weihnachtsvorfreude ist für

Lotte, Oskar, Julia, Epi, Sabine, Sibylle, Jan

und alle großen und kleinen Kinder,

die an den Weihnachtsmann glauben

oder sich auf das Christkind freuen.

Ursel Scheffler

Inhalt

Der Weihnachtsbaumverkäufer

Der Weihnachtsbasar

Papa kauft den Weihnachtsbaum

Der Geheimschrank

Ayshe und der Weihnachtsmann

Onkel Piet und die Weihrauchbäume

Gäste im Puppenhaus

Weihnachten im Bärenland

Drei Naschbären

Die Zwillingsbären

Matthis und sein Engel

Julia und das Krippenspiel

Die Wunschzettelschreiber

Die Weihnachtsgrippe

Weihnachten bei Özals

Leonie schreibt ans Christkind

Schokokekse

Die Weihnachtsindianer

Die Weihanchtsmann GmbH

Weihnachten ohne Emily

Als die Tiere den Weihnachtsstern entdeckten

Der Weihnachtsbaumverkäufer

Es schneit. Paul Paulsen hat einen wattierten Mantel an und dick gefütterte Handschuhe. Seine Füße stecken in warmen Pelzstiefeln. Er trägt Ohrenschützer und zusätzlich eine Pelzmütze.

Trotzdem ist seine Nase

rot von der Kälte.

Seit drei Tagen schon steht er jeden Tag von früh bis Nacht an der Ecke, um seine Tannenbäume zu verkaufen. Einige stehen in Ständern. Doch die meisten sind noch zugebunden und nach Größe und Nadelart geordnet.

„Zeigen Sie mir bitte

den dahinten!“,

sagt eine Dame

in Wollmantel und Lackstiefeln.

Sie deutet auf einen Baum

in der letzten Reihe.

Paul holt den Baum heraus und schnürt ihn auf. Dann staucht er ihn mit einem kräftigen Ruck auf den Boden, damit der Schnee herunterfällt und die Zweige sich entfalten. „Ein wirklich schönes Exemplar“, lobt er den Baum.

„Vielleicht finden wir

noch einen schöneren?“,

sagt die Dame.

Sie geht mit kritischem Blick an der Reihe der unausgewickelten Bäume entlang und deutet auf eine riesige Nordlandtanne in der hintersten Reihe. „Den vielleicht?“ Paul holt den bildschön gewachsenen Baum heraus, macht das Netz ab und richtet ihn auf.

„Nun, der ist

ein bisschen zu groß“,

überlegt die Dame.

„Soll ich ihn etwa absägen?“, fragt Paul mit gerunzelter Stirn. „Das wäre schade!“ Aber die Dame ist schon weitergelaufen und ruft:

„Der hier hat

eine hübschere Spitze!“

Sie zeigt auf einen Baum,

der ganz rechts

in der Ecke steht.

Paul holt den Baum aus der Ecke. Doch der Dame ist der Baum zu breit und der nächste zu schmal. Der übernächste hat ihr zu dünne Nadeln.

Geduldig holt Paul

einen Baum nach dem anderen

und führt ihn der Frau vor.

Doch an jedem Baum

hat sie etwas auszusetzen.

„Wissen Sie was“, sagt Paul schließlich freundlich. „Malen Sie den Baum, den Sie haben möchten, und bringen Sie mir morgen das Bild. Dann lass ich ihn nach Ihren Angaben wachsen. Das dauert allerdings ein paar Jahre.“

Da hat die Frau

dumm geguckt.

Und dann ist sie

weitergegangen.

Ohne Baum.

Der Weihnachtsbasar

„Mama“, sagt Klaus,

„ich brauche alte Sachen

für den Weihnachtsbasar!

Es ist ganz dringend.

Heute Nachmittag

bauen wir schon

den Stand auf.“

Frau Bunte macht sich auf die Suche. Sie findet einen ganzen Waschkorb voller Dinge, die sie entbehren kann. Eigentlich hebt man viel zu viel auf, überlegt sie und nutzt gleich die Gelegenheit, auch eine alte Kaffeekanne, eine Lampe und einen Toaster loszuwerden. Der Plattenspieler ist auch überflüssig. Die Kinder benutzen sowieso nur noch den MP3 Player. Frau Bunte gerät ins Entrümpelungsfieber und findet, dass das mit dem Basar eigentlich eine fabelhafte Idee ist.

Nur, dass es gerade kurz vor

Weihnachten sein muss ...

Als Frau Bunte die Sachen in die Schule bringt, lädt auch Frau Hövelmann gerade den Kofferraum ihres Autos aus. „Wir haben Omas Dachboden geräumt!“, erklärt sie lachend.

„Wer das alte Zeug bloß kauft?“,

wundert sich Frau Bunte

mit einem Blick auf den Kram.

„Das frag ich mich auch“, sagt Frau Hövelmann. „Aber im letzten Jahr hat Philips Klasse fast alles verkauft. In diesem Jahr wollen sie das Geld für eine Schule in Uganda spenden.“

„Na, dann ist unser Stress wenigstens für einen guten Zweck!“, lacht Frau Bunte und schleppt den ersten vollbeladenen Waschkorb ins Schulhaus. Die dreijährigen Zwillinge laufen hinterher. Sie dürfen die Tasche mit den Babysachen tragen.

In der großen Pausenhalle

werden schon

die Stände hergerichtet.

„Da bist du ja endlich!“, sagt Klaus zu seiner Mutter. Er freut sich über die große Ausbeute, die seine Mutter mitgebracht hat. „Wahnsinn! Das ist ja toll! Gib her!“ Auch Philips Mutter wird begeistert empfangen. „Danke! Schnell her damit. Wir müssen uns beeilen. Bis heute Abend muss alles fertig sein!“, drängelt Philip. Am Samstagmorgen um neun Uhr wird der Basar eröffnet. Es gibt nicht nur Flohmarktsachen, sondern auch Adventsgestecke und selbst gebastelten Weihnachtsschmuck aus dem Werkunterricht. Die sechsten und siebten Klassen haben ein Café eingerichtet, in dem es Tee, Glühwein und Weihnachtsplätzchen gibt. Es wird musiziert und Theater gespielt.

Klaus und Philip sitzen

mit feuerroten Backen

hinter ihrem Verkaufstisch.

Das Geschäft läuft fabelhaft.

Die alten Micky-Maus-Hefte

sind als Erstes weg.

Frau Bunte kauft auch ein. Wollmützen für die Zwillinge, Holzspielsachen und eine bunte Keksdose. Als die Zwillinge zu quengeln anfangen, sagt sie zu Klaus: „Ich geh mit den Kleinen schon mal nach Haus!“ „Ich komme gegen acht!“, verspricht Klaus.

Aber als es acht Uhr ist,

kommt Klaus nicht.

Zehn nach acht klingelt das Telefon.

Herr Bunte nimmt den Hörer ab.

„Papa, kannst du mich bitte mit dem Auto an der Schule abholen?“, fragt Klaus. „Du wirst schon sehen, warum!“ Als Klaus schließlich in der Tür steht, fällt seine Mutter fast in Ohnmacht: Er schleppt zwei Kisten voll Zeug an! Dazu einen Laster mit drei Rädern und eine kampferprobte Ritterburg.

„Kann man reparieren.

Ist von meinem Taschengeld.

War alles ganz billig!“,

versichert Klaus.

„Du bringst ja mehr Zeug nach Hause, als wir weggebracht haben!“, ruft Frau Bunte entsetzt. „Spitzenmäßig, oder nicht?“, sagt Klaus. „Und eine acht Meter lange Autorennbahn haben wir auch noch im Auto!“

Papa kauft den Weihnachtsbaum

„Den Weihnachtsbaum kaufe ich wie jedes Jahr“, sagt Papa. Aber immer wenn Mama fragt: „Wann holst du den Baum?“, antwortet Papa: „Morgen!“ Endlich ist es so weit. Ole darf mit. Sie fahren zum Markt und sehen sich einen Baum nach dem anderen an. „Schon ziemlich ausgesucht“, findet Papa. Sie fahren zum Platz an der Kirche.

„Die Bäume sind zu teuer“, sagt Papa.

Sie fahren zum Platz neben der Post.

„Die nadeln ja schon“, sagt Papa.

„Wenn Sie frische und billige Bäume wollen, müssen Sie sie aus dem Wald holen. Die Genehmigung bekommen Sie beim Forstamt“, rät eine freundliche Frau. Sie kauft einen Baum im Blumentopf. „Das ist eine gute Idee“, meint Papa.

Papa und Ole fahren zum Forstamt.

Der Förster erklärt ihnen genau,

wo sie den Baum schlagen dürfen.

„Ich habe eine kleine Axt im Auto“, sagt Papa. Dann stapfen Ole und Papa mit der Axt durch den verschneiten Wald. „Der ist schön!“, ruft Ole und bleibt vor einem Baum stehen, der fast so groß ist wie Papa.

„Für den brauchen wir eine Säge“,

sagt Papa.

Sie fahren zurück bis zum nächsten Haushaltswarengeschäft und kaufen eine Säge. Als sie wieder vor dem Baum stehen, sagt Ole: „Viel zu schade zum Absägen. Findest du nicht?“ „Du meinst, wir sollen ihn ausgraben?“, fragt Papa. „Und nach Weihnachten einfach wieder eingraben!“

„Dazu brauchen wir einen Spaten“,

stellt Papa fest.

Sie fahren zurück zum Laden.

Als Papa den Spaten bezahlt, überlegt er, dass sie eigentlich auch einen Schlitten brauchen. Ein Baum mit Wurzel ist schwer. Der Weg vom Baum zum Auto ist ganz schön weit.

„Und noch diesen Schlitten hier!“,

sagt Papa kurz entschlossen

zu dem Verkäufer.