Die 7 geistigen Gesetze auf dem Prüfstand

Glücklich leben durch hermetische Gesetze?
Die Lehre der Hermetik biblisch hinterfragt.

 

Autor: Wolfgang Sonnscheidt

 

 

 

 

Geistige Gesetze – Eine Einleitung

Das Sehnen nach Wahrheit und einem sinnerfüllten Leben führt dazu, dass viele Menschen sich auf die Suche begeben. Auf ihrer Suche stoßen diese Suchenden auch auf spirituelle Wege, die ihnen vermeintlich ganz neue Wege eröffnen. Vielen wird dabei klar, dass hinter der uns sichtbaren materiellen Welt noch eine geistige Welt existiert. Somit haben geistige Inhalte wie die sieben geistigen Gesetze derzeit Hochkonjunktur. Was sich hinter diesen verbirgt, soll Ihnen dieses Buch aufzeigen. Aber nicht nur das, sondern auch wessen Geistes Kind diese geistigen Gesetze sind. Wir werden Ihnen jedes einzelne der sieben Gesetze, auch im Vergleich zur biblischen Lehre, näher bringen und Sie werden Parallelen, aber auch große Widersprüche erkennen. Wir sagen es Ihnen gleich vorab, dass wir davon ausgehen, dass es nur einen Weg gibt, der zur Wahrheit führt: Jesus Christus (vgl. Johannes 14,6). Deshalb eröffnen spirituelle Ansichten eben nur vermeintlich neue Wege, die zu beschreiten nicht nur vom Ziel des ewigen Lebens wegführen, sondern sogar gefährlich werden können. Warum dies so ist, erfahren Sie in den folgenden Kapiteln.

Lassen Sie sich unbeeinflusst von religiösen Dogmen auf diesen Vergleich der beiden Wege ein und urteilen Sie danach, ob Sie den Weg der Wahrheit wirklich ablehnen wollen. Wir möchten Ihnen in keiner Weise den einen oder den anderen Weg aufzwängen, sondern lediglich anhand der Bibel und der sieben geistigen Gesetze zwei mögliche Wege aufzeigen. Ob Sie einen der beiden Wege beschreiten möchten oder auch keinen, bleibt ganz Ihnen überlassen.

Was sind die sieben geistigen bzw. hermetischen Gesetze? Die hermetische Philosophie oder auch Hermetik ist bereits seit der Antike tradiert. Ihr Hauptwerk ist das „Corpus Hermeticum“, eine Textsammlung, die zwischen den Jahren 100 und 300 n. Chr. in Griechenland verfasst wurde. Als Verfasser galt bereits damals die mythische Figur des Gelehrten Hermes Trismegistos (synkretistische Verschmelzung des griechischen Gottes Hermes mit dem ägyptischen Gott Thot). Trismegistos bedeutet „der dreimal größte“. Die Hermetik ist eine Philosophie oder religiös-philosophische Weisheitslehre, die ursprünglich mündlich von Lehrer zu Schüler weitergegeben wurde. Inhaltlicher Kern der hermetischen Lehre sind die sieben geistigen Gesetze, die die Beschaffenheit und Grundprinzipien des Lebens und des Seins definieren.

Die 7 hermetischen Gesetze

Gesetz des Geistes

Gesetz der Resonanz

Gesetz der Schwingung

Gesetz der Polarität

Gesetz des Rhythmus

Gesetz der Kausalität

Gesetz der Einheit

Die geistigen Gesetze beschreiben universelle Prinzipien auf Basis philosophischer Argumentation und haben die praktische Anwendung der tradierten Inhalte zum Ziel. Hermetik ist keine Buchwissenschaft, sondern eine auf die Praxis ausgerichtete Lehre. Die ganzheitliche hermetische Philosophie beschäftigt sich mit der Genese der Welt und ihrer Erscheinungen und fällt keine Urteile über individuelle kulturelle Konzepte. Sie bietet vielmehr einen Rahmen, um kulturelle Ausprägungen auf ihre Übereinstimmung mit den hermetischen Gesetzen abzugleichen und zu hinterfragen. Die Ideen, die in den geistigen Gesetzen formuliert werden, finden sich nahezu in allen traditionellen Weisheitslehren und Religionen auf die eine oder andere Art wieder.

Die hermetische Philosophie ist auch eng mit den Künsten der Alchemie und Astrologie verbunden. Die hermetische Alchemie ist durch zahlreiche fiktionale Aufbereitungen bekannt, die allerdings in der Regel den Kern des berühmt-berüchtigten Steins der Weisen sehr irreführend darstellen. Die alchemistische Umwandlung eines unedlen Metalls in Gold (engl. „lead to gold“) ist lediglich eine Versinnbildlichung des eigentlichen Ziels, denn die hermetisch-alchemistische Lehre der Transmutation ist eine Kunst des Geistes. Der Geist kann, wie auch Elemente oder Metalle, von einem Zustand in einen anderen gewandelt werden – und mit ihm die ganze Realität. Der Stein der Weisen verleiht kein ewiges irdisches Leben, doch er führt die geduldig Studierenden und Praktizierenden der Hermetik zum Anfang und Ende aller Dinge und damit zur Ewigkeit. Irdisches ewiges Leben mit unserem Leib aus Fleisch und Blut („Leib der Niedrigkeit“ im Vergleich zum „Leib der Herrlichkeit“) verheißt uns auch die Bibel nicht, allerdings erhalten die Menschen, die an Jesus Christus glauben und seine Gebote halten, nach der Auferstehung einen verherrlichten Leib (vgl. Philipper 3,21). Die Nachfolger Jesu Christi sinnen nicht mehr auf das Irdische (irdischer Erfolg, materieller Reichtum etc.), sondern sie haben das Bürgerrecht im Himmel, von woher sie auch den Herrn Jesus Christus als den Retter erwarten (vgl. Philipper 3,20-21). Dieses erreichen sie nicht aus sich heraus, sondern indem sie das Wort Gottes lesen, die Liebe Gottes zu ihnen erkennen und diese Liebe erwidern wollen, sodass der Heilige Geist in ihnen bewirkt, dass sie die Gebote Jesu Christi (Matthäus 5-7) halten. Wundervoll an dieser Verheißung ist, dass man sich nicht mühselig mit irgendwelchen Praktiken und Ritualen den Weg zum ewigen Leben erkämpfen muss. Die Menschen mögen es jedoch nicht, wenn es einfach ist, sondern sie verlieren sich allzu gerne im „Herumphilosophieren“. Dabei warnt uns doch der Apostel Paulus in Kolosser 2,8: „Seht zu, dass euch niemand einfängt durch die Philosophie und leeren Betrug nach der Überlieferung der Menschen, nach den heilsversprechenden Geboten der Welt und nicht Christus gemäß.“ Gott hat sogar im Alten Testament bei Jesaja 29,14 angekündigt, dass er die Weisheit der Weisen vernichtet und den Verstand der Verständigen verwerfen wird. Damit hat Gott die Weisheit der Welt zur Torheit gemacht (vgl. 1. Korinther 1,20). Philosophie heißt nichts anderes als „Liebe zur Weisheit“ und jeder, der sich gerne durch philosophische Ansichten leiten lässt, sollte dies im Hinterkopf bewahren.

Welche Grundlagen hat die moderne Hermetik? Die sieben hermetischen Gesetze in ihrer modernen Form basieren weitgehend auf dem 1908 in den USA veröffentlichten Buch „Kybalion“. Verfasst wurde es von den sogenannten drei Eingeweihten, deren Identität bis heute nicht vollständig geklärt ist. Viele vermuten, dass der sehr aktive Neugeist-Autor William Walker Atkinson (1862-1932) der eigentliche Verfasser gewesen sein könnte. Die amerikanische Neugeist-Bewegung (engl. New Thought Movement) aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts vereinte verschiedene spirituelle und metaphysische Konzepte und war maßgeblich von der transzendentalen Philosophie des amerikanischen Philosophen Ralph Waldo Emerson beeinflusst. Sie kann als praxisbezogene Theosophie verstanden werden, die spirituell-mystische Überlieferungen aus unterschiedlichen Religionen und Traditionen zusammenführt. Die Verweise auf das „Kybalion“ in diesem Buch basieren auf einer aktuellen Neuauflage des zu Anfang des 20. Jahrhunderts erschienenen Buches. Es wurde hierfür eine englische Originalausgabe verwendet, doch es existieren auch deutsche Übersetzungen.

Wie relevant sind die geistigen Gesetze im 21. Jahrhundert? Die geistigen Gesetze sind Jahrhunderte alt. Die Aussagen, die sie enthalten, sind hingegen zeitlos, denn auch heute stellen sich die Menschen Fragen wie „Wo kommen wir her?“ und „Wo gehen wir hin?“. Sie bieten Orientierung im scheinbar zufälligen Chaos des Alltags und des Lebens an sich. Diese Orientierung bietet jedoch auch die Heilige Schrift, die ganz genau erklärt, wo wir herkommen und wo wir hingehen. Wir kommen ursprünglich alle aus dem Staub des Erdbodens und zusammen mit dem Odem (= Geist) Gottes wurden wir gemäß 1. Mose 2,7 eine lebende Seele. Deswegen sagen wir auch, dass wir aus Körper, Seele und Geist bestehen, wobei die Seele oft Synonym für unser „Selbst“ benutzt wird. Und wo gehen wir hin? Der Körper wird nach dem irdischen Tod wieder zu Staub, indem er verwest (vgl. 1. Mose 3,19). Der Geist Gottes (Odem) geht zurück zu Gott (Prediger 12,7), was auch in der Redewendung „den Geist aufgeben“ erkennbar ist und die Seele bleibt übrig. Unsere Seele befindet sich dann, je nachdem welchen Weg wir zu Lebzeiten beschritten haben, im „Hades“ (Totenreich) oder beim Herrn Jesus Christus (vgl. Philipper 1,23). Deswegen haben wahre Nachfolger Christi auch keine Angst vor dem irdischen Ableben, da sie sich darauf freuen beim Herrn zu sein. Deswegen sind die Gebote für wahre Nachfolger Jesu nicht schwer, da sie eher sterben würden als ein Gebot zu übertreten, sprich wenn sie dazu aufgefordert würden einen Bruder zu verraten oder irgendeinen Menschen zu töten, würden sie sich ohne zu zögern dafür entscheiden, ihr eigenes Leben hinzugeben. Man beachte die Tragweite dieser Einstellung: Wären alle Menschen so gesinnt, so gäbe es keine Kriege auf der Erde mehr und wir hätten den irdischen Weltfrieden, den doch alle Menschen herbeisehnen.

Die Bibel findet heutzutage wenig Anklang, da sie oftmals als nicht mehr zeitgemäßes Märchenbuch abgetan wird. Übersehen wird dabei jedoch, dass die Bibel im Alten Testament eine Vielzahl an Vorschattungen enthält, die sich im Neuen Testament erfüllen. Aufgrund der schieren Menge an Zahnrädchen, die zwischen Altem und Neuem Testament ineinandergreifen ist es höchst unwahrscheinlich, dass es sich um menschengemachte, fiktive Erzählungen handelt. Zudem wurde die Bibel von dutzenden unterschiedlichen Schreibern verfasst und ist dennoch in sich völlig widerspruchsfrei. Auch gibt es tausende handschriftliche Überlieferungen der Bibel, die im Grunde komplett übereinstimmen. Wer hier auf „Zufall“ oder „erfundene Geschichten“ plädiert, erscheint vor diesem Hintergrund unglaubwürdig. Letztlich ist die Bibel ein Buch, das die gesamte Menschheitsgeschichte erzählt und das uns genau aufzeigt, wie allen Menschen ein friedvolles und Gott wohlgefälliges Leben zuteil wird – und das völlig zeitlos und unabhängig von jeglichem Zeitgeist. In der Offenbarung erfahren wir letztlich sogar Aussagen für die Zukunft, was sonst kein Geschichtsbuch dieser Welt leisten kann.

Wegen des Abtuns der Bibel als Märchenbuch stürzt sich das Gros der Schreibenden auf spirituelle Bücher, was natürlich auch durch die New Age-Bewegung gefördert wird. Zahlreiche moderne Autorinnen und Autoren haben seit der Veröffentlichung des „Kybalion“ die hermetischen Gesetze in ihren Publikationen je nach persönlicher Ausrichtung für das moderne Leben aufbereitet. Warum interessieren sich so viele Menschen für ein erfüllteres Leben, obwohl wir doch vor allem in den westlichen Industrienationen bislang so viel Sicherheit und materielle Güter wie nie zuvor haben? Auf allen Ebenen wird zunehmend deutlich, dass das scheinbar nicht genügt. Die individuelle Zufriedenheit und Erfüllung sind nicht wie erwartet geradlinig mit der Wirtschaft gewachsen, sondern scheinen mehr als nur Konsum zur Entfaltung zu benötigen. Diese innere Leere versuchen die Menschen mit Lehren wie der Hermetik zu füllen, denn die Bibel wird aus oben genannten Gründen oft verworfen und falls sie doch zu Rate gezogen wird, wird das Wort Gottes oft missinterpretiert oder zweckentfremdet.

Wie kann ich die geistigen Gesetze für mein Leben nutzen? Eine alte Weisheit besagt, dass der einzige Unterschied zwischen einem Weisen und einem Narren darin besteht, dass der Weise seine Gedanken beherrscht und der Narr von ihnen beherrscht wird. Die Theorie und Praxis der hermetischen Gesetze befähigen Sie, Ihren Geist und das in ihm schlummernde schöpferische Potenzial im Einklang mit den Gesetzmäßigkeiten des Lebens zu entdecken und zu entfalten. Begeben Sie sich auf einen Pfad der Erkenntnis, der ihr Leben nicht nur bereichern, sondern von Grund auf verändern wird. Es ist dabei nicht von Bedeutung, welche Ziele Sie im Moment konkret verfolgen oder an welchen Stellen Sie mehr aus Ihrem Leben machen möchten. Die hermetischen Gesetze erklären Ihnen die Grundlagen des Lebens und seiner Entwicklung an sich, sodass Sie Ihr gesamtes Bewusstsein schöpferisch ausrichten und alles manifestieren können, was auch immer es im Detail dann genau sein soll. Wir haben jedoch bereits gehört, was Gott mit der Weisheit der Weisen macht, sodass wer meint, dass er manifestieren könne ohne sich auf eine dunkle Macht einzulassen, auf dem Holzweg befindet. Denn schon Eva wurde durch den Teufel eingeflüstert, dass sie doch so sein könne wie Gott. Das Internet ist voll von „Coaches“, die auf diesen Zug aufgesprungen sind und ihren Klienten für teilweise horrende Summen „beibringen“ wollen, wie man zum Millionär wird, indem man sich die Millionen einfach auf spirituellem Wege manifestiert. Das Perfide ist, dass diese Manifestationen tatsächlich funktionieren können. Die Frage ist nur zu welchem Preis? Sie haben sicherlich schon einmal gehört, dass Stars zugegeben haben, dass sie ihre Seele an den Teufel verkauft haben. Denn es gibt nur zwei geistige Reiche: das Reich Gottes und das Reich des Teufels. Wer auf das Reich Gottes sinnt, der sinnt nicht mehr auf irdischen Erfolg, sondern auf das himmlische Jerusalem und das ewige Leben. Zwar verheißt einem Gott auch irdischen Segen, aber dieser ist an das Halten der Gebote Jesu Christi geknüpft. Zudem hat Gott als Folge des Sündenfalls den Acker verflucht und den Mann dazu bestimmt, im Schweiße seines Angesichts sein Brot zu essen, bis er zurückkehrt zum Erdboden. Unmengen an Geld durch reine Manifestation verdienen zu wollen, ohne selbst hart dafür zu arbeiten, umgeht also den Fluch Gottes und folglich ist diese Belohnung, die dann wirklich eintreten kann, nicht von Gott.

Bevor wir nun mit den sieben geistigen Gesetzen starten, vorab noch ein Hinweis, wer die Umsetzung dieser Gesetze nicht anwenden sollte. Die geistigen Gesetze beschäftigen sich mit Fragen, wie „wo kommen wir her?“ und „wo gehen wir hin?“. Mit diesen Fragen beschäftigt sich auch die Heilige Schrift, nach der wir von einem Gott geschaffen wurden, der eine persönliche Beziehung mit uns möchte, wenn wir Jesus Christus als unseren Erlöser annehmen. Jesus hat uns von der Sünde erlöst, indem er für unsere Sünden am Kreuz gestorben ist. Dieses Gnadengeschenk können wir annehmen oder nicht. Der Herr Jesus Christus hat Ihnen einen freien Willen geschenkt, damit Sie entscheiden können, ob Sie dieses Angebot annehmen. Danach steht Ihnen der Herr Jesus Christus zur Seite und hilft Ihnen diesen Weg zu Ihrer Errettung weiter zu beschreiten. Denn dieses Gnadengeschenk beinhaltet auch das ewige Leben und dieses Versprechen geben die sieben geistigen Gesetze nicht.

Wer sich also an die Heilige Schrift halten möchte beziehungsweise sogar bereits hält, sollte sich nicht allzu intensiv mit den geistigen Gesetzen beschäftigen, denn als Gläubiger sollte man sich immer fragen: „dient es dem Herrn Jesus Christus?“. Und eine Lehre, die den Menschen dazu animiert, Dinge zu manifestieren und sich damit zu Gott zu erheben, dient Gott wahrlich nicht.

Gesetz des Geistes

Im Anfang war das Wort – genauer gesagt Logos