Phantanimal und das Magische Buch der Zaubersprüche

Fantasyroman

von Angelika Lauriel

Impressum

© 2021 Angelika Lauriel, WWW.ANGELIKALAURIEL.DE, Ludwigstraße 5, 66265 Heusweiler

Buchcoverdesign: Dorothea Stiller unter Verwendung von Grafiken von Pixabay und Depositphotos

Lektorat der Erstausgabe: Philipp Bobrowski
Korrektorat: Stefanie Cernko
Satz: Angelika Lauriel

Alle Rechte vorbehalten.

Das Werk darf – auch auszugsweise – nur mit Genehmigung der Urheberin wiedergegeben werden.

Sämtliche Personen und Ereignisse sind frei erfunden. Etwaige Ähnlichkeiten mit real existierenden Personen, ob lebend oder tot, wären rein zufällig.

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.dnb.de abrufbar.

ISBN des Taschenbuchs: 9783754303337

Taschenbuch dt.-engl. Version: 9783754301128

Über das Buch

Die zwölfjährigen Zwillinge Felix und Rike können es zunächst kaum glauben, als sie einem Wesen begegnen, das einem Fantasyroman entstiegen sein könnte: Phantanimal, ein uralter Formwandler, der am liebsten als Drache durch die Lande streift. Er berichtet, dass die Welt der Fabelwesen in Gefahr ist, seit der Unsichtbarkeitszauber immer durchlässiger wird, der sie vor den Blicken der Menschen schützt. Um den Zauber zu erneuern, muss ›Das Magische Buch der Zaubersprüche‹ gefunden werden. Die Geschwister erklären sich bereit zu helfen. Dabei müssen sie sich gegen den boshaften Fabelwolf Siegwulf wehren, der Phantanimal auf den Fersen ist, um ihm das Buch abzujagen. Er schreckt nicht einmal davor zurück, Rike zu entführen, damit er ein Druckmittel hat.

Bald kreuzt die junge Hexe Nina den Weg der Freunde. Kann sie helfen, Rike zu retten und das Buch zu finden?

Ein Fantasyroman für Kinder von 9 bis 99.

Deutsch-englische Ausgabe

Phantanimal gibt es auch als Taschenbuch und als Taschenbuchausgabe für Kinder, die Englisch lernen. Ihr könnt es online, aber auch bei eurer Lieblingsbuchhandlung vor Ort bestellen. Im Buch sind die meisten Dialoge (immer, wenn auch in echt Englisch gesprochen wird) in englischer Sprache, der Erzähltext aber ist auf Deutsch geschrieben. Die wichtigsten Wörter findet ihr im Anhang des Buchs in einem Vokabelteil.

Die ISBN lautet: 978-3754301128

Das Buch kostet 12€.

Die Autorin

Angelika Lauriel, geboren in Saarbrücken, hat Übersetzen und Dolmetschen studiert und schreibt Bücher, seit ihre drei Söhne aus den Windeln herausgewachsen sind. Seit 2010 sind von der Autorin bei mehreren Verlagen Kinderkrimis, Krimikomödien und zeitgenössische Romane für Jugendliche und Erwachsene erschienen.

Unter ihrem zweiten Pseudonym Laura Albers schreibt sie klassische Liebesromane mit deutschen und französischen Protagonisten. Nach mehreren Jahren der Lehrtätigkeit in Deutsch als Zweitsprache an weiterführenden Schulen übersetzt Lauriel nun regelmäßig Romane für Kinder und für Erwachsene und arbeitet als Lektorin/Korrektorin für verschiedene Verlage. Regelmäßig bereist sie auch Schulen, um ihre Bücher in Autorenlesungen vorzustellen. Sie lebt mit ihrer Familie im Saarland.


1 Träumerei und Wirklichkeit

Felix saß am Tisch, die Wange in die linke Hand gestützt, und zeichnete gedankenverloren mit dem Bleistift auf seinem Block. Auf dem karierten Blatt entstand das Lebewesen, das er heute Nacht im Traum gesehen hatte: Eine lang gezogene Schnauze endete in einer breiten Augen- und Stirnpartie. Das Gesicht war beschuppt, wie der Rest des Körpers, der im Verhältnis zum Kopf fast zu massig wirkte. Der Eindruck verstärkte sich noch durch die Rückenzacken, die die gesamte Länge bis zur Schwanzspitze überzogen. Für die Beine und Klauen nahm Felix sich besonders viel Zeit. Sie mussten kräftig genug sein, um den Drachenkörper tragen zu können. Die Flügel lagen an den Seiten. Felix malte sogar die Matschflecken, die er im Traum deutlich darauf hatte erkennen können. Zu dumm, er erinnerte sich zwar exakt an diesen Drachen – was genau er von ihm geträumt hatte, fiel ihm jedoch nicht mehr ein.

»Ein Drache?« Die erboste Stimme von Frau Walser neben ihm riss Felix aus seiner Versunkenheit. Er sah hoch, direkt in das Gesicht der Englischlehrerin. Einige seiner Mitschüler lachten.

»Echt jetzt? Ein Drache?«, flüsterte jemand weiter vorn. Am Bein spürte er das Knie seiner Zwillingsschwester Friederike. Wahrscheinlich hatte sie versucht, ihn aus seinem Tagtraum zu reißen.

»Nun, Felix, wenn du deine Zeit unbedingt mit Fantasiewesen verbringen möchtest, anstatt die unregelmäßigen Verben zu üben, werde ich dir den Gefallen tun.«

»Ähm …« Das konnte nichts Gutes bedeuten.

Rike neben ihm seufzte.

»Du schreibst mir einen Aufsatz über das Ungeheuer von Loch Ness.«

»Was hat das denn mit …«

Rike stieß ihn in die Seite, er klappte den Mund zu und nickte ergeben.

»Und zwar bis morgen, wenn ich bitten darf.«

»Frau Walser, wir sind heute Nachmittag mit der Bio-AG im Zoo«, wandte Rike ein. »Das wird knapp.«

Die Lehrerin runzelte die Stirn, zögerte, dann nickte sie. »Nun gut. Bis übermorgen also, Felix. Mindestens drei Seiten. Du kannst dich nicht immer in deine Fantasiewelten flüchten. Wann begreifst du das endlich?«

Felix verdrehte die Augen. Seine Eltern hielten ihm ständig vor, er würde aus der Wirklichkeit fliehen. Nur, weil er in jeder freien Minute Bücher verschlang. Das war Quatsch. Sie sollten froh sein, dass er gern las. Gerade seine Mutter müsste ihn verstehen! Sie liebte ihren Job in der Bibliothek der Saar-Universität und schwärmte immer von dem Geruch der Bücher.

Den Rest der Stunde riss Felix sich zusammen. Einen weiteren Tadel wollte er sich heute nicht mehr einfangen. Dazu brauchte er gar nicht erst nach seiner Schwester zu sehen, die ihm mit ihren Blicken anscheinend tausend Dinge sagen wollte.

Felix mochte Rike wirklich. Immerhin hatten sie sich schon den Platz in Mamas Bauch geteilt. So was schweißt zusammen. Aber manchmal war sie schwer zu ertragen. Friederike war ein Musterkind. Sie lernte leicht und schnell, arbeitete gern im Unterricht mit und fand noch Zeit, sich in allen möglichen AGs zu engagieren. Egal, ob Schulzeitung, Sanitätsdienst oder Bio-AG. Zur Bio-AG hatte sie Felix mitgeschleppt. Da hatte sie leichtes Spiel gehabt, weil die Gruppe regelmäßig zum Neunkircher Zoo fuhr und dort bei allem half, was anfiel. Ställe ausmisten, Futter verteilen und solche Sachen. Felix liebte das.

»Den Aufsatz hast du dir selbst eingebrockt. Na ja, das Gute daran ist, dass du dabei was lernst.« Die Sätze sagte Rike, während sie zu Hause die Fahrräder in die Garage schoben. Felix sparte sich eine Antwort.

Mama war diese Woche über Mittag zu Hause und kochte für ihn und Rike. Sie hatte Nachmittagsdienst.

»Wie ist es in der Schule gelaufen?«, fragte sie, nachdem Felix und Rike den Tisch gedeckt hatten und sie die dampfende Auflaufform auf den Untersetzer gestellt hatte.

»Alles prima.« Felix warf Rike einen bittenden Blick zu. Mama musste von dem aufgebrummten Aufsatz nichts erfahren.

»Felix, ich sehe es dir an der Nasenspitze an«, sagte seine Mutter jedoch. »Was ist passiert? Ein Test in Mathe?«

»Nein«, brummelte er, »eine Strafarbeit in Englisch.«

»Schon wieder?« Mama hatte jedem von dem Nudelauflauf auf den Teller gegeben und piekte zwei Tortellini auf die Gabel. »Was hast du dieses Mal angestellt?«

»Er hat geträumt und dabei gezeichnet«, sagte Rike, da Felix gerade auf einem Bissen herumkaute.

Mama seufzte. »Geträumt. Wo warst du denn in deinem Kopf?«

»Ist doch egal! Ich muss einen Aufsatz über das Ungeheuer von Loch Ness schreiben. Bis übermorgen.«

Mamas Augen leuchteten auf. Felix seufzte, Rike feixte. Manchmal war ihre Mutter ein richtiger Nerd! Schon legte sie mit ihrem liebsten Thema los. »Das ist toll! Ich suche dir in der Universitätsbibliothek Hintergrundliteratur heraus. Auf Deutsch und auf Englisch. Damit schreibst du einen Eins-a-Aufsatz!«

»Boah, hast du mal von Tante Google gehört? Die kann mir dabei genauso gut helfen.«

»Quellen aus dem Internet kannst du nicht vertrauen, das weißt du doch. Ich bringe dir heute Abend jedenfalls was mit.« Sie stand auf. »Und nun muss ich mich fertig machen. Räumt nachher den Tisch ab. Stellt den Rest für Papa in die Mikrowelle, damit er ihn sich warm machen kann, wenn er heimkommt.«

Für die Hausaufgaben war nicht viel Zeit, bevor Rike und Felix zur Bushaltestelle gingen, von der aus sie zum Zoo fahren konnten. Da die Fahrt fast eine Stunde dauerte, ging an den Zootagen der komplette Nachmittag drauf. Felix wurde der Falknerei zugewiesen und kam gerade noch rechtzeitig zur Nachmittagsvorführung. Er erhielt von Ben, dem Falkner, einen der schweren Lederhandschuhe, damit er ihm bei der Flugschau assistieren konnte. Die Eulen und der Bussard machten ihre Sache wie immer prima. Sie flogen nicht zu dicht über die Köpfe der Zuschauer hinweg, jagten bereitwillig das Federspiel und flogen zwischen Felix und Ben hin und her. Hinterher trugen beide je einen Vogel zurück, um ihn an seinem jeweiligen Platz festzubinden.

»Was meinst du?«, wandte Ben sich an ihn. »Sollen wir es mit Adam wagen?«

Adam war ein junger Weißkopfseeadler. Er wurde zwar seit einem halben Jahr trainiert, aber man wusste bei ihm nie genau, woran man war. Ben hatte ihn offenbar vorher bereits aus seiner Voliere geholt und auf seinen Ast davor gesetzt. Er war lose festgebunden, sodass er nicht wegfliegen konnte. Adam wirkte ruhig, er beobachtete Ben und Felix, als verstünde er genau, dass es um ihn ging.

»Also, ehrlich gesagt ist er mir unheimlich.« Felix zog die Schultern hoch. Adams stechender Blick wirkte manchmal auf ihn, als erkenne er genau seine Unsicherheit. »Wenn, dann musst du mit ihm arbeiten. Ich halte mich da lieber raus.«

»Okay. Weißt du, wenn wir es nie probieren, kann er nicht zeigen, was er drauf hat.« Mit diesen Worten löste Ben die Fessel vom Ast, setzte Adam auf den Handschuh und hielt die Fußbänder des Adlers mit drei Fingern fest.

Adam verhielt sich einen kurzen Moment lammfromm, doch sobald Ben die Fußfesseln etwas fester in seiner Hand hielt, begann er mit den Flügeln zu schlagen, als wolle er abheben. Wer konnte wissen, was an diesem Morgen geschehen war und den Vogel so aufgebracht hatte?

»Verflixt!« Ben streckte den Arm von sich und zog den Kopf ein, während Adam weiter mit den riesigen Schwingen schlug. Bens Arm ruckte auf und nieder.

Felix sah die Gefahr, in der Ben schwebte. Er könnte sich an den Krallen oder dem Schnabel verletzen, wenn Adam sich weiterhin so unberechenbar verhielt. Trotzdem durchlief Felix eine eigenartige Regung. Er hatte das unheimliche Gefühl, Adams Empfindungen erleben zu können. Er spürte Verlassenheit, Langeweile und Zorn. Einen unbändigen Zorn, der damit zusammenhing, dass Adam der Einzige seiner Art in der ganzen Region war. Selbst das Fliegen hatte ihm ein Mensch beigebracht, nicht seine Mutter. Natürlich konnte ein Vogel nicht denken, nicht wie ein Mensch jedenfalls. Aber das war es, was nach diesem kurzen, verwirrten Moment in Felix zurückblieb: Ein Gefühl der Einsamkeit und der Wunsch, zu fliehen und sich an den Menschen zu rächen, die ihm das angetan hatten. Seltsam! Trotzdem: Es passte zu dem, was Felix über die Herkunft des Adlers wusste. Der Zoo hatte von einem anderen Zoo ein Adlergelege aufgekauft und künstlich bebrütet. Nur ein einziger Jungvogel hatte überlebt. Er hatte sich von Anfang an als schwierig erwiesen. Er begriff zwar schnell, wie er jagen und die Beute gegen eine Belohnung abgeben sollte, aber immer wieder flog er einfach davon. Bisher war er wenigstens jedes Mal zurückgekehrt.

»Verflucht, jetzt gib Ruhe!« Ben kämpfte noch immer gegen den nervösen Vogel an. Der hörte nicht auf, mit den Flügeln zu schlagen. Felix beobachtete, wie Bens muskelbepackter Arm erlahmte.

»Ruhig, Adam, ruhig!«, unterstütze Felix Bens Versuche.

Unerwartet ließ Adam die Flügel sinken und starrte Felix geradewegs in die Augen, bis es ihm kalt den Rücken hinunterlief. In dieser Sekunde beschloss er, in Zukunft die Falknerei lieber zu meiden. Er hob beide Arme in einer beschwichtigenden Geste. »Bleib ganz ruhig, Großer! Es tut dir ja keiner was«, murmelte er.

Ben griff mit seiner freien Hand nach der Fußfessel, um sie tiefer zwischen die Finger zu ziehen. Diesen Moment erkannte und nutzte Adam. Er breitete die Schwingen aus und stieß sich ab. Eine Sekunde später war er in der Luft – zu hoch, um noch von irgendjemandem oder etwas aufgehalten zu werden. Er stieß einen gellenden Schrei aus. In Felix’ Ohren klang es wie Triumphgeheul. Dann flog Adam so dicht über die Köpfe der Zuschauer hinweg, dass diese sich ängstlich duckten, und zog weiter, pfeilschnell und anscheinend mit einem genauen Ziel vor Augen. Kurz darauf war er verschwunden.


2 Drache und Wolf

»Ein Wolf! Mama, da oben über dem See fliegt ein Wolf!« Die Kinderstimme klang hell vor Aufregung.

Alarmiert duckte Phantanimal sich zwischen die Bäume. Er hielt den Atem an. Die Anwesenheit der Menschen hatte er gar nicht bemerkt. Wie leichtsinnig!

Was meinte das Kind? Phantanimal reckte seinen Drachenhals, um zu sehen, was dort oben am Himmel flog. Er verschluckte sich. Das war unglaublich: Siegwulf! Die silbern glänzenden Flügel ausgebreitet, segelte der Fabelwolf auf dem Wind und bewunderte sein Spiegelbild im See. Phantanimals Schuppen erzitterten bei dem Gedanken, dass diese Menschen den Fabelwolf sehen konnten! Spürte Siegwulf die Gefahr denn nicht? Wieso schützte er sich nicht mit dem Unsichtbarkeitszauber?

Phantanimal musste ihn warnen! Er musste da raus und etwas tun! Doch wie gelähmt blieb er sitzen. In seinem Kopf formten sich die Gedanken, dennoch konnte er seine Behäbigkeit nicht so schnell überwinden. Hilflos verfolgte er Siegwulfs Bewegungen mit den Blicken.

Der bemerkte nichts. Unbekümmert zog er mal höher, mal tiefer seine Runden und genoss den eigenen Anblick. Er war das eitelste Fabelwesen, das Phantanimal in seinem ganzen Leben kennengelernt hatte. Und das war ein langes Leben.

Eine nervöse Frauenstimme drang in sein Ohr. »Was erzählst du denn da für einen Unsinn? Ein Wolf fliegt nicht.«

»Der hier aber schon, dort oben.«

»Schatz, lass den Qua… Mein Gott, ein fliegender Wolf!«

Ihr Ton rutschte mit jedem Wort höher. »Unter die Bäume, Liebling!« Dann kreischte sie: »Tom, hol dein Gewehr, schnell!«

Phantanimal zuckte zusammen. Tom musste ihr Mann sein, der in der Nähe einen Picknickkorb in seinem Lieferwagen verstaute. Beim Klang ihrer Stimme wirbelte er herum. Mit zwei Schritten stand er neben seiner Frau und griff nach ihrem Oberarm. »Was ist los?«

Als hätte die Antwort des Mannes den Bann gebrochen, konnte Phantanimal sich endlich rühren. Vorsichtig schlich er näher heran und sah, wie sie nach oben deutete. Sie flüsterte: „Da … da oben ist … ein Wolf!« Die Knöchel der Hand, mit der sie die Schulter ihres Sohnes umklammerte, traten weiß hervor. Der Junge wirkte nach wie vor fasziniert von Siegwulf.

Phantanimal stöhnte bei den Regungen, die sich auf dem Gesicht des Mannes abzeichneten: Seine Augen weiteten sich, er riss den Mund auf wie zu einem Schrei. Dann fasste er sich jedoch, stieß einen Fluch aus, hastete zum Auto und zog ein Gewehr von der Ladefläche.

»Schande!«, fluchte Phantanimal.

Er rannte los, durch den Zauber vor den Blicken der Menschen geschützt. Schon brach er am Ufer des Sees zwischen den Bäumen hervor. Er war dem Mann bereits ganz nahe, der mit dem angelegten Gewehr auf Siegwulf zielte. Da spürte Phantanimal unerwartet ein Kitzeln, das seinen gesamten Körper erfasste. Ausgerechnet jetzt? Der Tarnzauber verlor seine Kraft! Ungeschützt walzte Phantanimal auf die Menschen zu. Sie starrten nach oben zu Siegwulf, deshalb bemerkten sie ihn noch nicht. Doch gleich darauf fuchtelte der Junge mit den Armen, um auf ihn zu zeigen, seine Mutter riss die Augen auf, und bei dem gurgelnden Geräusch, das aus ihrer Kehle drang, schwang der Vater mitsamt dem Gewehr zu Phantanimal herum. Unter seinen Klauen stob Erde auf, als Phantanimal stehen blieb. »Verberge mich im Licht – ein Mensch sieht mich nicht.« Wie eine Beschwörungsformel murmelte er den Zauberspruch mehrmals hintereinander und versuchte verzweifelt, sich kleiner zu machen. Der Zauber funktionierte nicht!

»Das ist … das ist ein Drache«, stotterte der Junge, der als Einziger nicht die Sprache verloren zu haben schien. Seine Eltern standen unbeweglich wie Statuen. Die Mutter umklammerte die Schultern ihres Sohnes, der Mann hielt das Gewehr im Anschlag, schien aber zu keiner Regung fähig zu sein.

Wie konnte ich so dumm sein, mich ihnen als Drache zu zeigen?

Immer wieder murmelte Phantanimal die Formel. Langsam, vorsichtig setzte er einen Fuß zurück, dann den nächsten, und bewegte sich in Richtung der Bäume, behielt den Gewehrlauf im Blick. Wie ein schwarzes Auge verfolgte die Mündung Phantanimals Bewegungen. Es konnte nur noch einen Augenblick dauern, bis der Mann sich besann und das tat, was Menschen tun, wenn sie sich in Gefahr fühlen und wenn sie ihre Kinder beschützen wollen: angreifen.

Unerwartet hörte Phantanimal ein Knurren von dort, wo der Mann stand. Dessen Schulter ruckte nach vorn, ein Knall, das schwarze Auge leuchtete auf und erlosch. Ein scharfer Schmerz bohrte sich durch Phantanimals höchste Rückenzacke, er sackte vor Schreck zusammen. In dieser Sekunde überlief das ersehnte Kribbeln seinen Körper. Endlich war er den Blicken der Menschen entzogen. Er erkannte in der Nähe des Menschenmannes Siegwulf, der seinerseits endlich den Unsichtbarkeitszauber aktiviert hatte, wie die Glitzerwolke anzeigte, die ihn umgab. Phantanimal begriff, dass er sich außer Reichweite bringen musste. Selbst wenn die Menschen ihn nicht mehr sehen konnten, bestand die Gefahr, dass der Mann nochmals feuerte. Phantanimal ignorierte den stechenden Schmerz in seiner Zacke, drehte sich um und verschwand so leise, wie er es vermochte, zwischen den Bäumen. Dann lief er los, um sich in Sicherheit zu bringen. Wie er aus dem Augenwinkel sah, hatte Siegwulf ebenfalls abgedreht. Um die Menschen kümmerte er sich nicht mehr.

Was hätte er auch tun können? Sicher würden die drei allen von ihrer Begegnung erzählen. Schande! Englands Fabelwesen konnten ein weiteres Schauermärchen, das unter den Menschen die Runde machte, wirklich nicht gebrauchen.

Als er weit genug vom See weg war, blieb Phantanimal stehen. Das war knapp gewesen! In den letzten Monaten hatte er einige Geschichten gehört von Fabelwesen, deren Unsichtbarkeitszauber in der Nähe von Menschen nachgelassen hatte. Aber ihm würde das doch nicht passieren … Er hatte die Geschichten für Übertreibungen gehalten. Natürlich war es fatal, wenn der Zauber, der sie seit undenkbaren Zeiten vor den Blicken der Menschen schützte, seine Wirkung verlor. Phantanimal ließ sich auf den Waldboden sinken. Seine Rückenzacke schmerzte.

»Tut sicher weh, was?«, erklang eine schnarrende Stimme vor ihm. »Hat ein richtiges kleines Loch reingerissen.« Siegwulf trat auf Phantanimal zu und deutete mit der Schnauze auf dessen Rücken. Seine Stimme klang weder verständnisvoll noch mitleidig. Der junge Fabelwolf war für seine Kaltschnäuzigkeit bekannt. Tatsächlich gehörte er der neuen Generation der Fabelwesen an, die sich kaum noch um die alten Traditionen scherten. Bei seinem Flug über den See hatte er den Tarnzauber offenbar freiwillig abgelegt und damit das Risiko auf sich genommen, gesehen zu werden. Wie leichtsinnig! Vermutlich hatte er nicht einmal die Gefahr mitbekommen, in der er geschwebt hatte.

»In der Tat, es schmerzt. Danke, dass du zur Stelle warst. Wer weiß, wo der Mann mich sonst getroffen hätte.«

»Zwischen den Augen vermutlich. Der Kerl ist ein guter Jäger. Ich habe ihn oft beobachtet.«

»Du bist also öfter hier?«

Siegwulf hob und senkte mehrmals den Kopf. »Komme manchmal hier durch.«

Phantanimal wollte es jetzt genau wissen. Hatte Siegwulf seine Tarnung bewusst fallenlassen oder war es ungewollt passiert, wie bei ihm? »Ist dein Tarnzauber intakt?«

»Natürlich.« Siegwulf fuhr sich mit den Krallen durch seine zur Seite gelegten Stirnhaare. Er wich Phantanimals Blick aus. Vielleicht begriff er langsam, dass der ihn bei seinem ungeschützten Flug über dem See gesehen hatte.

»Willst du damit sagen, dein Unsichtbarkeitszauber funktioniert fehlerlos?«

»Ja.«

»Warst du etwa mit voller Absicht enttarnt – dort hinten über dem See?«, fragte Phantanimal.

Der Wolfsähnliche verschluckte sich und hustete heiser. »Och, das meinst du …« Anscheinend fiel ihm nichts weiter ein.

»Ja. Das meine ich. Du hast deine Tarnung fallen lassen und damit riskiert, dass Menschen dich sehen können.«

»Kein Problem. Ich hatte alles unter Kontrolle. Im Gegensatz zu dir, nicht wahr?« Er sah noch einmal nach Phantanimals Zacke. »Immerhin scheint die Wunde nicht weiter schlimm zu sein. Also alles nochmal gutgegangen. Zum Glück war ich in der Nähe!«

Sollte Phantanimal dem jungen Fabelwolf erklären, dass sein Tarnzauber genau in dem Moment nachgelassen hatte – und zwar ungewollt -, als er dabei gewesen war, Siegwulf vor der Waffe des Mannes zu schützen?

»Bist du auf dem Weg nach Chester, zum großen Treffen?«, unterbrach der Wolfsähnliche seine Gedanken. »Da geht es wohl um den Unsichtbarkeitszauber.«

»Ganz recht. Sollen wir gemeinsam gehen?« Der junge Fabelwolf hatte Phantanimal vermutlich das Leben gerettet. Welchen Sinn hätte es, ihn wegen seines Leichtsinns zu maßregeln?

»Ähm, ja, warum nicht?« Begeistert klang Siegwulf nicht gerade. Vermutlich zog er es vor, einsam seiner Wege zu ziehen.

Wie die meisten von uns. Die Zeiten der Gemeinsamkeit sind vorbei. Wehmut befiel Phantanimal bei diesem Gedanken. Gerade so wie bei den Menschen, hatten sich auch bei den Fabelwesen die Sitten und Gebräuche gewandelt. Sie hatten sich auseinandergelebt. Treffen wie das, das Maximus heute einberufen hatte, fanden nur noch sehr selten statt. Tatsächlich war Siegwulf wohl zu jung, um überhaupt eines miterlebt zu haben.

»Dann wollen wir mal.« Phantanimal setzte sich in Bewegung. Der Wolfsähnliche tänzelte so dicht neben und vor ihm her, dass Phantanimal immer wieder den Schritt verhalten musste, wenn er nicht mit ihm zusammenstoßen wollte. Er seufzte. Vielleicht war das der Grund, weshalb er selbst ebenfalls die Einsamkeit vorzog. Sich auf die Gewohnheiten der anderen einstellen zu müssen, war ihm in den letzten beiden Jahrhunderten lästig geworden.

»Stopp!«, fauchte er, als Siegwulf abermals vor ihn lief. Mit dem Fauchen stiegen zwei Rauchsäulen aus seinen Nüstern empor. Der Fabelwolf duckte sich und stemmte die Vorderläufe in den Boden.

»Was soll das?«, grummelte er.

»Hör bitte auf, mir ständig vor die Füße zu laufen.«

»Ha! Mir geht das zu langsam. Kannst du dich nicht ein bisschen schneller bewegen?« Siegwulf tänzelte herum, als könne er keine Sekunde stillhalten. Er war wirklich noch sehr jung.

Phantanimal beschloss, sich nicht provozieren zu lassen. »Wenn du es vorziehst, können wir getrennte Wege gehen. Wir sehen uns an der Kathedrale in Chester.«

»Ach nee … Wie wäre es stattdessen mit einem Wettrennen?«

»Einem was

»Wettrennen. Komm, alter Drache, gib dir einen Ruck und mach mal was ganz Verrücktes. Wann hast du das zum letzten Mal gemacht, hm? Wir rennen bis zum Treffpunkt. Wer zuerst da ist, hat gewonnen.« Die Pfoten des Wolfsähnlichen tippelten auf dem Waldboden, als freue er sich auf das Kräftemessen mit dem altehrwürdigen Drachen. »Aber mit den Läufen, nicht mit den Flügeln. Komm schon. Ich sag dir, danach fühlst du dich wie neugeboren.« Siegwulf betrachtete ihn mit gesenktem Kopf. »Oder stimmt die Geschichte gar nicht, dass du Hundegestalt annehmen kannst?«

Ein Wettrennen zwischen dem uralten Formwandler und dem noch sehr jungen Fabelwolf? Phantanimal wollte bereits ablehnen, doch unter Siegwulfs lauerndem Blick überlegte er es sich anders. »In meiner Hundegestalt meinst du?«

»Ja! Los, du bist mir was schuldig. Außerdem hab ich dich noch nie anders gesehen als so, wie du jetzt da stehst. Ein alter, zäher Drache.«

Hörte Phantanimal ein unterdrücktes Glucksen in Siegwulfs Stimme? Zögernd nickte er. »Nun gut, rennen wir bis nach Chester.«

»Gut. Nach Chester.« Siegwulfs Augen leuchteten. Er schüttelte seine Flügel. Alle Federn lagen in Reih und Glied.

Phantanimal unterdrückte den Impuls, seine Flügel aufzustellen. Er presste sie an den Körper, sodass Siegwulf die Matschflecken darauf nicht sah. Sie waren ihm peinlich.

»In der Nähe der Kathedrale von Chester gibt es einen kleinen Platz mit mehreren Bäumen. Dort warte ich auf dich.« Siegwulf brach in Lachen aus. Es klingelte schmerzhaft in Phantanimals Ohren. Schon sprintete der Fabelwolf davon. Offenbar war er nicht allzu erpicht darauf, Phantanimal in seiner anderen Gestalt zu sehen. Wichtiger war ihm wohl, vor ihm da zu sein. Das Geräusch seiner Pfoten verklang rasch.

Phantanimal wusste nicht recht, wie ihm geschehen war. Hatte er sich gerade auf ein Wettrennen mit Siegwulf eingelassen? Dann war es wohl höchste Zeit, sich auf den Weg zu machen und den Vorsprung aufzuholen.

Er rannte los. Seine massige Gestalt brach durch die Bäume hindurch, ohne Schaden anzurichten. Trotzdem kam er nicht schnell voran. Wieso liebe ich diese Drachengestalt so sehr?

Vor seinem inneren Auge beschwor er das Bild eines jagenden Hundes herauf – hochbeinig, mit grauem Fell und zottligem Kopf. Ja, das war die richtige Gestalt. »Lauf auf dem Grund – als großer Hund.« Gedanklich zog er das Bild über wie ein Gewand, und sogleich schrumpften seine Gliedmaßen, die Zacken zogen sich in die Haut zurück, während die Schuppen sich verdünnten und unter den sprießenden Haaren verschwanden. Seine Flügel änderten Form, Größe und Dicke.

Diese Flügel sind unsichtbar. Er erschauerte unter seinem struppigen Fell, und jähe Freude kitzelte ihn in der Kehle.

»Die Luft ist rein – ich kann sichtbar sein.« Phantanimals Pfoten flogen über den Waldboden. Der Hundekörper schnürte ihn ein wie ein zu kleines Korsett, doch er ignorierte die Enge und füllte seine Lungen japsend mit Luft. Sein Herz pumpte das Blut in einem wahnwitzigen Takt durch die Adern. Die Beinmuskeln spannten und entspannten sich und katapultierten ihn nach vorn. Lebendig fühlte er sich. Jung. Tatsächlich, im Lauf der letzten Jahrhunderte hatte er die Behäbigkeit des Drachen ganz in sein Wesen übernommen. Wann war er zum letzten Mal als Hund durch die Wälder gelaufen? Dieses Gefühl, wie die Schnauzhaare im Gegenwind erzitterten, wie er jeden einzelnen Muskel in seinen Läufen spürte und wie seine Instinkte ihn untrüglich durch den dichten Wald leiteten – er hatte es beinahe vergessen. Nur deshalb hatte er vorhin im Moment der Gefahr nicht einmal daran gedacht, seine Gestalt zu wandeln. Phantanimal schüttelte die Gedanken ab und genoss es, über das Laub zu jagen.

Wo ist er? Ich müsste ihn jeden Moment wittern. Siegwulf konnte gewiss nicht sprinten wie er selbst. Er spürte, wie mit seinen geschmeidigen Bewegungen und den Hundeinstinkten seine Jugend zurückkehrte. Die Flügel hielt er eng an den Körper gepresst. Das hier fühlte sich ähnlich berauschend an wie ein nächtlicher Flug ohne Tarnung über den Lochs in Schottland.

Noch immer keine Spur von Siegwulf. Die ersten Dächer der malerischen Stadt Chester kamen in Sicht. Die Sonne tauchte gerade hinter dem Horizont unter. Über der Stadt lag das künstliche Licht der Menschen. Anscheinend hatte Siegwulf einen anderen Weg genommen. Bevor Phantanimal zwischen die Behausungen lief, errichtete er seinen Unsichtbarkeitszauber. Erfahrungsgemäß mochten die Menschen keine großen, herrenlosen Hunde. Er hielt zielstrebig auf die bewachsene Stelle neben dem Vorplatz der Kathedrale zu. Während er zwischen die ersten Bäume trat, zog er sich seine Drachenhaut über. Die meisten Fabelwesen kannten ihn nur in dieser Gestalt. Er wollte nicht für Verwirrung sorgen.

Er hörte Stimmen. Den näselnden Tonfall des Fabelwolfs – also war er doch schneller gewesen, als Phantanimal es für möglich gehalten hatte – und die kehlige Stimme eines weiteren Fabeltiers. Phantanimal grinste, als er den deutschen, eckigen Akzent von Goldzahn, dem Keiler erkannte. Dessen Gefährtin Gwyllis ließ ein perlendes Lachen erklingen. Kurz darauf sah er das Grüppchen. Alle drei hielten sich mit dem Zauber geschützt.

»Da isser ja! Hallo, Phantanimal, alter Kumpel.« Der Keiler flatterte mit den Flügeln, wodurch die Borsten darauf leise sirrten. Seine goldfarbenen Hauer blitzten, als er breit lächelte. Phantanimal näherte sich ihm und stupste ihn mit seiner größten Stirnzacke an, wobei er einen kurzen Stich in der verletzten Rückenzacke spürte. Dann verneigte er sich vor der Wildsau Gwyllis, deren Gesichtsborsten sonnengelb aufleuchteten. Ihr Haarschopf, der in weichen Wellen zwischen Ohren und Flügeln herunterhing, berührte beinahe den Boden. Es war nicht zu übersehen, dass sie in Kürze werfen würde.

»Gwyllis, Goldzahn! Ich bin sehr erfreut, euch beide zu …«

»Wer hat gewonnen, wer? Ich oder ich?« Siegwulf scharrte ungeduldig mit den Pfoten.

»Nun, in der Tat, du warst vor mir hier. Das gebe ich zu.«

»Habt ihr einen Wettflug gemacht? Interessant!« Goldzahn ließ seine Flügel zittern.

Phantanimal musterte den Fabelwolf. Der runzelte die Stirn. Sein sonst so selbstverliebter Blick verriet Unsicherheit. Er hat geschummelt! Vor Empörung entwichen Phantanimal zwei Rauchstöße aus den Nüstern.

Siegwulf sprang zurück. »Hey, spinnst du? Was zur Hölle machst du da?« Er wischte hektisch mit der Pfote über seine Schnauze und nieste kräftig.

Goldzahn und Gwyllis beobachteten die beiden mit erstaunten Mienen. »Nanu, alter Freund, so hitzig heute?«

Phantanimal wollte sich entschuldigen, als Siegwulf die Pfoten in die Erde stemmte und ihn anknurrte. »Ich wusste es! Du erträgst es nicht, zu verlieren. Wahrscheinlich stinkt es dir sogar, dass ich dich vor den Menschen gerettet habe.«

»Vor den Menschen gerettet?« Goldzahn ließ den Blick zwischen ihnen hin und her wandern. »Was ist passiert?«

»Phantanimal hat seinen Schutzzauber verloren und stand plötzlich als Drache vor einer Familie. Der Mann richtete gerade ein Gewehr auf ihn, als ich vorbeikam. Ich habe dem Typ einen Schubs gegeben, sodass der Schuss abgelenkt wurde.«

»Nein!«, stieß Gwyllis entsetzt aus.

»Doch, genau so war es. Die Kugel hat die Rückenzacke getroffen. Glatter Durchschuss. Sieht interessant aus, wenn man es genau nimmt.« Siegwulf kämmte sich durch die Stirnhaare und reckte die Brust vor.

Sollte Phantanimal vor den Wildschweinen aufklären, wie die Geschichte gelaufen war? Ach, wozu? Er gönnte es dem Jungwolf, sich in seiner Rolle als junger Held zu sonnen, zumal sich Phantanimal am See selbst nicht sehr klug verhalten hatte. Er drehte sich zum Vorplatz der Kathedrale und sagte betont ruhig: »Ich denke, wir sollten hineingehen. Ich mag dieses alte Gemäuer.«

Goldzahn nickte. »Schauen wir mal, wer schon da ist.«

Phantanimal trat auf den Vorplatz. Die Menschen hatten die Straßen längst verlassen, saßen in ihren Häusern vor den Fernsehgeräten oder lagen in ihren Betten. Den Wolfsähnlichen und die beiden Wildschweine im Schlepptau, überquerte Phantanimal den Platz und öffnete das Kirchenportal. Drinnen hielt er die Tür auf und ließ die anderen eintreten.

Das Geräusch schlagender Flügel näherte sich. Phantanimal hob den Kopf. Ein Adler glitt aus dem Abendhimmel herab und landete vor dem Eingang. Sowie seine Krallen den Boden berührten, verwandelte er sich in die Gestalt eines Zauberers. Maximus, der menschenähnliche Oberste der englischen Fabelwesen.