Inhalt

Vorwort

Warum schreibe ich dieses Buch? Nun ich denke ich habe das Recht und die Pflicht dieses Buch zu schreiben. Schließlich habe ich vor genau 15 Jahren die Diagnose Morbus Crohn erhalten. Ich möchte mit diesem Buch anderen Menschen helfen, und ihnen zeigen was ich durch Morbus Crohn alles erleiden musste. Mit meinem Buch kann ich Ihnen dabei helfen, besser mit dieser Erkrankung zurecht zu kommen. Die Diagnose war und ist für mich immer noch schrecklich, aber ich habe gelernt mit meiner Erkrankung zu leben. Eine Erkrankung die leider nicht heilbar ist, jedoch wo die Symptome gelindert werden können. Nach so einer Diagnose ist man zuerst geschockt und nach einer Zeit des Nachdenkens, niedergeschlagen. Es vergeht echt viel Zeit bis unser Gehirn begreift was da mit uns eigentlich passiert. Angst, Zorn und Niedergeschlagenheit wechseln sich ab. Ich muss noch dazu sagen, dass es mich voll erwischt hat, zu einer Zeit wo ich es auch so einfach nicht erwartet hätte. Auch hat es mich besonders hart getroffen, wobei es bei Morbus Crohn drei Einstufungen gibt. Dabei hat mich leider die höchste Stufe 3 getroffen. Bei Menschen die z. B. in Stufe 1 landen, die Krankheit doch etwas harmloser verläuft. Bei mir aber schlug die Erkrankung unbarmherzig zu, und ich wäre auch fast daran gestorben.

Es traf mich ganz und gar unvorbereitet, und ich hatte nie im Leben zuvor über Morbus Crohn etwas gehört oder gelesen. Ich besaß keinerlei Vorkenntnisse oder Erfahrungen wie man sich bei dieser Krankheit verhält. Das ist auch mit ein Grund dafür, warum es mich auch so hart treffen konnte. Ich machte auch jede Menge Fehler, und diese Krankheit verzeiht nur wenige Fehler. Ein Grund mehr für mich dieses Buch dann auch zu schreiben. Es ist wie ein Lexikon oder eine Bibel, wo man alles was man benötigt einfach nachgeschaut. Ich war in einem Dreibettzimmer untergebracht, dass zum einem sehr sauber aussah, und zum anderem auch einen eigenen Toiletten bzw. Waschraum hatte. Es liefen in diesem Krankenhaus sehr viele Nonnen herum, das war auch mit ein Grund dafür, weshalb alles so schön sauber aussah. Die Ärzte und Krankenschwestern waren alle sehr nett zu mir. Ich hab auch ein paar Tage später einen Untersuchungstermin beim Chefarzt gehabt, der es in sich hatte.

Nach dieser Untersuchung kam folgendes heraus: Ich hatte diese beiden Fisteln (Anal, Bauch), und die mussten so schnell wie möglich operiert werden. Auch riet mir der Chefarzt zu einem Ileostoma (Dünndarmausgang), damit sich mein Allgemeinzustand verbessert und ich ein „normales“ Leben führen konnte. Das Gespräch war sehr konstruktiv, und ich beschloss die Operation machen zu lassen. Ich muss an dieser Stelle noch darauf hinweisen, dass sich mein Allgemeinzustand bis dahin um einiges verschlechtert hatte, und ich immer mehr abbaute. Es gab in den darauf folgenden 14 Tagen auch Komplikationen. Ich hatte mich mit irgendwelchen Staphylokokken angesteckt, und musste für zwei Wochen in eine Quarantäne. Meine Mutter, die mich in dieser Zeit einmal mit meinem Bruder besuchte, musste entsprechende Schutzkleidung tragen. Neben einem Kittel und Handschuhe, war auch noch ein Mundschutz vorgeschrieben. Das sah natürlich alles nicht schön aus, aber wirksam war es. Aufgrund meines schwachen Immunsystems, musste jede Infektion vermieden werde.

An dieser Stelle muss ich leider die Geschichte drastisch abkürzen! Ich erholte mich von den Staphylokokken, kam aus der Quarantäne, und wurde auch wenige Tage später operiert. Die beiden Fisteln wurden entfernt, und mir wurde ein Ileostoma (Dünndarmausgang) angelegt. Ich bin nach ungefähr drei Monaten aus dieser Spezialklinik entlassen worden. Mein Leben hatte sich komplett verändert. Ich war körperlich ziemlich am Ende, und konnte mich nur noch im Rollstuhl fortbewegen. Ich wog zur der Zeit so um die 50 Kilo, bei einer Körpergröße von 1,80 m. Ich war ein Pflegefall, und es dauerte einige Jahre bis ich wieder mein Leben genießen konnte. Die Abhängigkeit von einem Pflegedienst und Ärzten, machte die Sache nicht einfacher für mich. Der Umgang und die Vor und Nachteile eines Ileostoma, sowie die Schwierigkeiten die sich daraus ergaben, ist ein Thema für ein weitere Geschichte.

Im Anschluss folgen noch die Auslöser der Krankheit et cetera. In diesem Buch steht vieles drin was Sie bestimmt benötigen werden. Alles was ich zu meiner Zeit nicht hatte, aber sehr gut gebraucht hätte. Das Buch hätte mir die Augen geöffnet, und ich hätte den einen oder anderen großen Fehler nicht begangen. Ein großer Vorteil wird es für Sie als zukünftigen Patienten sein, sich mit den möglichen Therapieformen und Medikamenten auszukennen. Egal in welcher Stufe der Erkrankung Sie dann sein werden, Sie können und werden mit Morbus Crohn zurechtkommen. An dieser Stelle sei gleich einmal gesagt, nehmen Sie jede Hilfe an die Ihnen angeboten wird. Gehen Sie von Anfang an offen mit ihrer Erkrankung um, Sie werden sehen, das erleichtert die Sache ungemein. Sich zu verstecken wird Ihnen nicht helfen, sich aber mit Ihrer Erkrankung auseinander zu setzen schon. Versuchen Sie öfter mal auf ihren Körper zu hören. Die Signale die ihr Körper Ihnen sendet, auch richtig zu deuten. Schmerzen haben doch immer auch eine Ursache, ignorieren bringt in diesem Fall nur sich länger den Schmerzen auszusetzen. Schmerzmittel können nur den Schmerz lindern, ihn aber nicht dauerhaft bekämpfen, oder gar beheben. Je weniger Schmerzmittel oder Medikamente Sie benötigen, desto besser wird es für Sie sein.

Einleitung

Wenn ich heute so darüber nachdenke, dann kann ich es selbst kaum glauben. Ich meine all diese schrecklichen Momente und Demütigungen, die ich erleiden und erleben musste. Ich hatte keine Ahnung darüber, was ein Mensch so alles erleiden und ertragen kann. Wie sollte ich auch, ich war das was man einen „Sportler“ nennt. Und ich sah Krankenhäuser nur von draußen. Ich mochte den Geruch und die schlechte Luft in Krankenhäusern nicht. Oft wurde mir auch übel, wenn ich jemanden der im Krankenhaus lag, besuchte. Deshalb hielt ich mich auch sonst von Krankenhäuser fern. Früher besuchte ich Ärzte nur, wenn ich eine leichte Zerrung oder kleinere Kratzer hatte. Sonst sahen mich die Ärzte nie. Ich war ein gesunder Mensch, und hatte mir bis dahin auch nie Gedanken darüber gemacht, ob und wann ich mal krank werde. Das änderte sich im September 2002 aber dann schlagartig. Ich war junge 37 Jahre alt, und wie schon oben erwähnt, ganz schön sportlich. Es gab einige Sportarten die ich im Laufe meines Lebens betrieben hab, z. B. Fußball, Tennis, Tischtennis Powerlifting und auch noch die Leichtathletik. So wie Sprints, Hochsprung, Weitsprung und Kugelstoßen et cetera. Sportler sind eher selten krank. Und ich meine das liegt daran, dass sie sich viel bewegen und auch eine andere, meist gesündere Ernährung haben.

Die Ernährung ist sehr wichtig weil ein Sportler auch sehr viel Energie verbraucht, und dementsprechend viel Energie auch wieder zu sich führen muss. Eigentlich dürfte ein Sportler gar nicht chronisch erkranken, aber genau das ist mir passiert. Ich denke hier kamen einige Faktoren zusammen, die dafür sorgten, dass es mich doch noch erwischte. Ich hab damals in einem Kraftwerk gearbeitet und die Firma musste Personal abbauen. Beim Abbau von Personal entsteht immer Stress, ich meine für diejenigen, die später eingespart werden. Ich gehörte leider dazu, obwohl ich lange dafür gekämpft habe, nicht dazu zu gehören. Die Verantwortlichen können sich heute nicht vorstellen, was sie mir damals damit antaten! Es war ein Schock für mich, und der hielt auch lange an. Ich habe damals viel Hilfe benötigt um diese Situation zu meistern. Ich bekam unter anderem Hilfe bei meiner Ärztin (S, Internistin), sie hatte mir damals schon prophezeit, dass ich irgendwann mal schwer erkranken würde. Sie wollte mich nur beschützen, und sah wie viel Stress ich doch in der Firma hatte.

Sie kannte ja auch meine Lebenssituation, und damals kam wirklich einiges zusammen. Wenn man seinen Arbeitsplatz verliert ist das ja schon schlimm genug, aber die daraus resultierenden Probleme erzeugten bei mir viel Stress. Hier um nur einige zu nennen: Kontrollverlust, Zukunftsängste, Nervosität, Verlust des Selbstvertrauen, Schlaflosigkeit, Albträume und finanzielle Probleme. Meine Familie und ich hatten damals auch das ein oder andere Problem miteinander, ich war und bin kein einfacher Mensch. Ich war in einer Partnerschaft, und meine Verlobte (K) drehte fast durch als sie von der Kündigung erfuhr. Nach einigen Gesprächen mit ihr, beruhigte sie sich aber wieder. Unser Organismus verträgt nur bis zum einem gewissen Level Stress, und dann sucht er sich ein Ventil. Bei mir war das der Darm. Bevor der Körper aber nach einem Ventil sucht, sendet er Signale aus. Ehrlich gesagt hab ich damals diese Signale teilweise ignoriert. Meine Ärztin (S) hatte mich schon das ein oder andere Mal darauf hingewiesen.