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Ästhetik der Dingwelt


Ästhetik der Dingwelt

Materielle Kultur bei Jean Paul, Aby Warburg und Walter Benjamin
1. Aufl.

von: Malte Völk

19,99 €

Verlag: Kulturverlag Kadmos
Format: PDF
Veröffentl.: 16.06.2021
ISBN/EAN: 9783967500127
Sprache: deutsch
Anzahl Seiten: 236

Dieses eBook enthält ein Wasserzeichen.

Beschreibungen

Die Moglichkeit, Walter Benjamins Allegorie-Begriff in akademischen Untersuchungen mit der Prosa Jean Pauls in Verbindung zu bringen, wurde von Benjamin noch selbst abgewogen: in der Rezension einer fruhen Abhandlung zu diesem Thema, die er fur zu kurz gegriffen befand. Ein solches Vorhaben, das &quote;beste Chancen&quote; bote, durfe sich namlich nicht auf literaturwissenschaftliche und geistesgeschichtliche Perspektiven beschranken. Notwendig sei vielmehr, auch die Dimension der Alltagskultur einzubeziehen und Jean Pauls Hinabgreifen &quote;in Tiefen des Volkstums und der Tradition&quote; zu berucksichtigen. Diesem Hinweis Benjamins folgt die vorliegende Untersuchung. Indem sie sich auf den Bereich der materiellen Kultur konzentriert, legt sie eine Geschichte der Theorie der Dingwelt offen. Jean Pauls sthetische berlegungen zur projektiven Belehnung der Dingwelt mit seelischen Regungen wurden von Aby Warburg aufgegriffen und fr seine kulturwissenschaftliche Methode fruchtbar gemacht. Dabei erschliet er unter anderem einen Traditionsstrang des Denkens von materieller Kultur im sthetischen und kulturanthropologischen Kontext, der geprgt ist von aus der Antike herrhrenden aberglubischen Vorstellungen ber die Einflsse der Planeten auf die menschliche Geistesverfassung wie etwa die Saturnfrchtigkeit. Benjamin wiederum knpft daran an und entwirft eine &quote;Dialektik des Saturn&quote;. Diesen theoretischen Zusammenhngen wird schlielich auch im erzhlerischen Werk Jean Pauls nachgegangen, in dem sich eine dem entsprechende Rolle der materiellen Kultur zeigen lsst, so dass die Prinzipien einer sthetisch verstandenen Epistemologie auch in ihrer literarischen Ausgestaltung zu betrachten sind. Als vermittelnde und organisierende Instanz lsst sich dabei die Allegorie bestimmen. Die Aussage Benjamins, das Werk Jean Paul sei das des grten Allegorikers der deutschsprachigen Literatur, wird in ihrer Konsequenz dann erfassbar, wenn man mit Benjamin die Allegorie als eine dynamische Figur begreift, die selbstreflexiv Beziehungen herstellt: zwischen dem Ding als Realie und seiner symbolischen bersteigung, zwischen Kulturwissenschaft und Literatur, zwischen melancholischer Versenkung und weltzugewandter Erkenntnis.

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